Januar 2008


 

02.01.2008

 

Silvester war eigentlich etwas entäuschend - nicht die Feier an sich und der schöne Abend mit 10 Erwachsenen, 14 Kindern und drei Hunden, nein, der war wirklich schön. Wir hatten (mal wieder) tolles Essen, nettes Zusammensein, haben viel gelacht, Gipsy war echt nett und ganz lieb, hat auch mit mir gespielt - also alles in Butter. Aber leider war das Wetter sehr unpassend für ein solches Fest. Draußen herschte dickster Nebel, man sah nur ein paar Meter weit und das auch nur wie durch einen Schleier.

 

Ich hatte mich schon auf die bunten Raketen gefreut. All das Probegeböller der Kinder in der Woche vor Silvester hat mich nämlich überhaupt nicht gejuckt, ich habe nicht ein einziges Mal gezuckt. Erbse kennt das alles ja schon, sie war genausowenig beeindruckt wie ich und so waren wir echt gespannt auf das Feuerwerk. Von Gipsys Wohnzimmerfenster aus hat man eigentlich einen tollen Blick weit über das ganze Tal. Man kann sogar (bei klarer Sicht) das Feuerwerk über der Stadt sehen, wurde mir versprochen. Kurz vor Mitternacht hörten wir dann die ersten Knaller und die arme Gipsy wurde hochgradig nervös. Leider verträgt sie diese Böllerei gar nicht gut, hechelt wie ein Weltmeister und zittert am ganzen Körper. Sie zuckte bei jedem Knall zusammen und tat mir sooo Leid. Erbse und ich saßen ganz entspannt vor dem großen Fenster und haben uns angesehen, was man eben so noch sehen konnte. Die eigenen Raketen der Kinder und ihrer Väter vor dem Haus, gegenüber auf der anderen Talseite ein müdes Geflacker und weiter unten im Tal ein bisschen bunte Farbe - das war alles. Hmmm, deswegen wird so ein Gedöns gemacht? Na ja, das muss am Wetter gelegen haben, so spektakulär fand ich die ganze Sache nun nicht. Auch das Geböller war überhaupt nicht schlimm - allerdings hatten wir ja in der Hundeschule damals schon mal ein Feuerwerk und das war, glaube ich, eine ganz gute Übung!

 

 


 

04.01.2008

 

Ich kann zaubern, ehrlich - ich weiß nur selber nicht, wie es geht ;-)).

Ihr blickt nicht durch - na, dann geht es euch auch nicht besser als meinen Leuten...

 

Letzte Nacht wurde mein Frauchen wach, weil es im Haus einen gewaltigen Rums gegeben hat, gefolgt von einem lauten, erschreckten Quieken. Sie schoss aus dem Bett, um nach uns Hunden zu sehen und befürchtete schon, dass Erbse und ich uns in der Wolle hätten. Aber da ich ihr ganz verdattert vor dem Schlafzimmer entgegen kam, musste der Lärm eine andere Ursache haben. Jens kam völlig verschlafen aus seinem Zimmer, auch aufgeweckt von dem Krach. Etwas ratlos sahen mein Frauchen und er sich um und entdeckten, dass im Arbeitszimmer vor der Arbeitsplatte unsere Nähmaschine lag - auf dem Kopf, der Stecker nicht mehr eingesteckt ... Ich habe mir die Nähmaschine genauso verblüfft und ratlos angesehen wie die beiden, denn genau wie sie kann ich ehrlich nicht erklären, wie die Maschine dort gelandet ist. Sicher, unter der Arbeitsplatte liegt ein Hundekissen und dort schlafe ich auch schon mal.

Aber wie ich es geschafft habe, im Schlaf die wirklich schwere Nähmaschine von der Arbeitsplatte zu ziehen, das weiß ich beim besten Willen nicht und auch am nächsten Tag ist meinen Leuten keine einleuchtende Lösung eingefallen. Die waren alle nur dankbar, dass die Maschine nicht auf mir, sondern neben mir gelandet ist, sonst wäre ich sicher platt gewesen, oh weia.

 

Ich kann eben zaubern, seht ihr - und keiner weiß, wie's geht ;-)).

 

 


 

06.01.2008

 

Heute habe ich mein Herrchen gefällt - wie einen Baum. Wie ich das geschafft habe??? Das geht ganz einfach:

Man sorge dafür, dass die Menschen locker und entspannt spazieren gehen, sich nett mit den Freunden unterhalten, die mitgelaufen sind, in der Gegend herum schauen und auf alles achten, nur nicht auf die Hunde. Die toben wie die Verrückten auf der Wiese herum und spielen Fangen. Die Menschen schreiten zügig aus, naturgemäß haben sie dabei ein Bein auf dem Boden und für Sekunden das andere Bein in der Luft (klar, sonst kommen sie ja nicht vorwärts). Diese Sekunden nutze man als relativ kleiner Hund, donnere von hinten dem Opfer gegen das "Standbein" und ... zack bumm liegt das Opfer da. Das war in meinem Fall leider mein Herrchen, dem ich im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen weggezogen hatte...

Ich hoffe, ihr lacht jetzt nicht; mein Herrchen fand das erst mal gar nicht witzig, er hatte sich auch ein bisschen wehgetan und blutete an der Hand. Er tat mir ja auch Leid, aber es war nix mehr zu machen.

Die drei anderen Spaziergänger waren erst stumm, dann voller Mitleid mit dem "Opfer" und anschließend höchst amüsiert. Na ja, die haben gut lachen, aber nur so lange, bis ich ihnen auch mal zeige, wie einfach es geht, einen Menschen zu "fällen" ;-)).

 

 


 

08.01.2008

 

Ich hab Mist gebaut - ausnahmsweise einmal:

Frauchen hatte aus der großen blauen Gießkanne allen Blumen in der Wohnung Wasser gegeben. Die Kanne war noch nicht ganz leer, da klingelte mal wieder das Telefon. Frauchen war erst mal abgelenkt und hat die Gießkanne dann vergessen. Die stand im Flur herum und ich hätte soooo gerne was von dem Wasser getrunken. Aber es war zum Verzweifeln, ich kam nicht an das Wasser heran. Ich habe wie eine Wilde an der Kanne herumgekratzt und gescharrt, bis es meinem Frauchen zu viel wurde. Sie bat Kathi, die Kanne erst mal auf den Tisch, also außer Reichweite zu stellen. Als netter Mensch, der Kathi ist, stellte sie die Kanne auf den Wohnzimmertisch. Der ist nun mal nicht ganz so hoch wie der Küchentisch, den Frauchen eher im Sinn gehabt hatte. Ihr könnt euch denken, was nun kommt: Eine Weile schlich ich noch um die Kanne herum, dann nahm ich Anlauf und landete auf dem Wohnzimmertisch. Leider ist das ein Möbelstück, das naturgemäß nicht für die Landung eines 10kg-Hundes gedacht ist. Ich kam also ins Rutschen, weil der Tisch sich bewegte, riss im Runterfallen sowohl die Kanne als auch zwei Deko-Gläser mit Kerzen vom Tisch.........ach ja!

 

Frauchen hörte eine Etage höher nur Klirren und anschließend lautes Plätschern und wusste direkt, dass ich mal wieder Unsinn gemacht hatte. Ihr "BACARDI" klang nicht gerade erfreut, das Telefongespräch wurde etwas aprupt beendet und für die nächste Viertelstunde war sie zum Glück mit Aufwischen und Scherben einsammeln beschäftigt. Der Teppich hatte das meiste vom Blumenwasser abbekommen, leider auch der Holztisch :-( und ganz zuletzt entdeckte Frauchen noch die ordentliche Pfütze unter dem Sofa. Allerdings hätte sie nach den Weihnachtstagen dort sowieso noch mal putzen müssen, meine ich!

Danach hatte sie sich schon wieder beruhigt und mir wurde mal wieder alles verziehen ;-). Ich mach so was ja auch nicht extra, ehrlich. Irgendwie passieren nur mir solche Dinge, anderen Hunden scheinbar nie.

 

Frauchen meinte nur, wenn die letzten Tage einen kleinen Ausblick auf's Jahr 2008 darstellen sollten, dann GUTE NACHT! Was sie damit wohl wieder meint???

 

 


 

20.01.2008

 

Heute hatte ich zum ersten Mal Herrenbesuch - hm, eigentlich war es kein Besuch, sondern jemand, den ich unterwegs aufgegabelt habe und der einfach mitgekommen ist:

 

Wir haben einen schönen langen Spaziergang durch den Wald und das angrenzende Wohngebiet gemacht, Frauchen mit einem dicken Rucksack auf dem Rücken, sie wollte zur Post und Sparkasse und zum Bäcker - es war eben allerlei zu erledigen.

Kurz vor unserem Ziel sehen wir einen schönen, großen, sehr gepflegten Golden Retrieverrüden, der aus einer Seitenstraße kam. Wir hielten Ausschau nach seinem Frauchen oder Herrchen - niemand in Sicht. Dafür sah er aber uns und es gab kein Halten mehr. Mein Frauchen interessierte ihn nicht, auch Erbse wurde nur kurz beschnüffelt, dann hatte ich ihn im wahrsten Sinne des Wortes am Pelz. Seine Nase hing an meinem Hinterteil, als wäre sie mit Pattex dort befestigt und alles Herumhopsen und Slalom laufen konnte ihn nicht abschütteln. Nachdem sich in der Straße weiter nichts rührte und Frauchen sich dort auch nicht auskannte, niemanden kannte, der dort wohnt, sind wir weiter gegangen - immer in der Hoffnung, der heißblütige Herr würde wieder nach Hause gehen. Aber seine Entschlossenheit hatten wir weit unterschätzt. Er ging wie selbstverständlich mit zur Sparkasse, dann zur Post, wartete anschließend vor der Tür zum Bäcker mit Erbse und mir - und Frauchen hat Blut und Wasser geschwitzt, weil wir dabei auch die Hauptstraße überqueren mussten. Wir haben alle Leute gefagt, denen wir dort begegneten, niemand kannte den Kerl, er trug kein Halsband und wollte sich auch nicht anfassen lassen.

Na toll, und wir hatten noch ca. 2 km Heimweg vor uns! Aber was wollten wir machen, wir konnten ja auch nicht rumstehen und warten, bis jemandem auffiel, dass sein Hund ausgebüxt ist. Also sind wir als Quartett weitergezogen, etwas stressig, das Ganze. Der nette Herr klebte an mir, ich hatte schon langsam keine Lust mehr auf das ewige Rumgeschnüffel an meinem Hinterteil, Erbse war leicht genervt von dem ganzen Gedöns und Frauchen überlegte ständig, wie sie den Kerl heil nach Hause bekommt und dann am schnellsten wieder los wird.

 Na ja, nach einer Stippvisite bei Frauchens Chef ("Wie, auf einmal drei Hunde? Sammelt ihr die?"), einigen Begegnungen mit Bekannten unterwegs ("Oh, drei Hunde? Ist der neu?") und einer etwas heiklen Überquerung der vielbefahrenen Hauptstraße kamen wir dann etwas geschafft zu Hause an. Es goss auch noch in Strömen, wir waren alle vier zippelnass, also hat Frauchen den armen Kerl in die Küche gesperrt und anschließend beim Tierheim angerufen. Die kamen auch in Rekordgeschwindigkeit und haben meinen heißen Verehrer mitgenommen. Er war ihnen übrigens gut bekannt, vor zwei Tagen war er schon mal im Tierheim zu Gast, bevor seine Leute ihn dort wieder abgeholt haben. Offensichtlich kennt er ein Schlupfloch, durch das er ausbüxen kann, um sich in aller Ruhe draußen umzusehen. Ganz schön gefährlich - hoffentlich haben seine Leute daraus gelernt und passen in Zukunft besser auf ihn auf. 

Warum er so großes Interesse an mir hatte? Keine Ahnung, immerhin tut sich bei mir noch nix, so richtig erwachsen bin ich also noch nicht, ich war ihm vielleicht einfach nur seeeehr symapthisch.